Bernhard Käser   Vitas-Stressmanagement   Tel: 089/ 23 23 06 70   bk@vitas-institut.de

Gefühle Wahrnehmen und Annehmen

Gefühle bestimmen unser Leben – ob wir wollen oder nicht

Wir investieren viel Zeit und Geld, um bestimmte Gefühle zu vermeiden und andere möglichst oft zu erfahren. Was Gefühle jedoch sind und wozu wir sie überhaupt haben, ist uns meist nicht bewusst.
Alle Gefühle die wir erleben sind immer ein Hinweis auf Bedürfnisse!

Ziele meiner Seminare zum Thema “Kraft der Gefühle”

Ich möchte Sie dabei unterstützen…

… all Ihre Gefühle bewusst wahrzunehmen, zu erkennen und zuzulassen.
… Ihre eigenen Gefühle zu verstehen und ihre Kraft zu erleben.
… eine Neubewertung Ihrer jetzigen Gefühle vorzunehmen. Die Gefühl-Neubewertung geht oft mit Verzeihen, Respekt, Dankbarkeit und Mitgefühl einher. Auch das Loslassen für sich selbst und andere ist dabei allgegenwärtig.

Mit der frei werdenden Energie sind Sie anschließend in der Lage, Ihr Leben wieder leichter, fließender, genussvoller und lebendiger zu empfinden.

Sie erleben Ihren Körper als kraftvollen Erzeuger „aufbauender“, positiver Gefühle und auch als Speicher eingefrorener negativer Gefühle, bzw. gestauter Emotionen.

In meinen Seminaren unterstütze ich Sie dabei, die Wechselwirkung von Gefühl, Denken und Körper selbst kennenzulernen.

Sie erleben Ihren Körper als kraftvollen Erzeuger „aufbauender“ Gefühle und auch als Speicher eingefrorener „unguter“ Gefühle, bzw. gestauter Emotionen. Vor allem Muskeln, aber auch alle anderen Körperzellen, speichern Gefühle im Körper – ein Leben lang. Lernen Sie die Wechselwirkung von Gefühl, Denken und Körper kennen.

Die Kraft der Gefühle – Ihr Körper als große biochemische Fabrik

Eine einzige Aktion im Organismus verursacht immer eine Kettenreaktion. Bereits ein einziger „negativer“ Gedanke löst zahlreiche Reaktionen aus, wenn er intensiv genug ist. Er muss einen gewissen Schwellenwert überschreiten und schon werden Stresshormone freigesetzt.

Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen realer Bedrohung und „eingebildeter“ Bedrohung. Dieser irrtümlich als Bedrohung aufgefasste Gedanke alarmiert den Körper. Die Biochemie steigert infolge kurzfristig die Leistungsfähigkeit und Wachheit.

Wenn der Stress zu lange dauert, führt das zu einer starker Gegenregulation (Homöostase). Die Reaktion dreht sich herum. Durchhänger, Müdigkeit, Abspannung, Depression und Schmerz sind die Folge.

Den Ursprung der Gefühle verstehen: Gehirn-Denken-Fühlen

Ganz vereinfacht unterscheiden wir in der Psychologie zwischen 3 „Haupt-Gehirnen“

  • das rationale Gehirn / Bewusstes Denken
  • das lymbische Gehirn / Gefühle
  • das Reptiliengehirn / Flucht – Kampf – Atmung (alle automatischen Körperprogramme)

Alle 3 Gehirne müssen durch den Filter, sprich das Lymbische System. Dieses ist der Filter unserer gesamten unbewussten und bewussten vergangen Erlebnisse und Eindrücke, Glaubenssätze, Konditionierungen, Wertvorstellungen, Maßstäbe.

Das Reptilien Gehirn ist mit Abstand das Schnellste. Es ist für das Überleben konstruiert. Sobald wir unsere Routine verlassen wird das Reptiliengehirn aktiv. Die Folge sind Stress sowie Denkblockaden.

Das „Angst-, Gefahren-Gehirn“ (Reptilien-Gehirn)

Unser Gehirn reagiert immer noch auf die gleiche Weise wie beim Steinzeitmenschen. Für diesen war ständiges Misstrauen, Vorsicht, ständige Bereitschaft, Gefahren wahrzunehmen, überlebenswichtig. Das Reptilien-Gehirn reagiert daher immer noch viel schneller als das „Wohlfühlgehirn“. Angst und Gefahr funktionieren im Gehirn wie ein Klettverschluss, sie haken sofort ein – und fort ist das Wohlbefinden.

Das “Wohlfühlgehirn” hingegen gleicht einer Teflonschicht.

Wenn wir angenehme Gedanken, Empfindungen, Erlebnisse nicht bewusst länger (mindestens 10 Sekunden) in unserer bewussten Wahrnehmung halten, sind sie von der Teflonschicht heruntergerutscht. Wenn Sie es jedoch schaffen, dem Wohlgefühl ca. 10 Sekunden durchgehend Aufmerksamkeit zu geben, dann wird es im Gehirn besser abgespeichert.

Um eine negative Erfahrung im Gehirnspeicher zu “Überschreiben / Löschen”, braucht es circa fünf gleichwertige/ gleichstarke positive Erfahrungen. Jetzt wundern Sie sich vielleicht nicht mehr, was nach einer emotionalen Verletzung durch einen anderen Menschen passiert. Es braucht viele gute Erlebnisse mit dieser Person, bis Sie wieder volles Vertrauen haben.

Gefühle ausdrücken – Lernen Sie die Sedona-Methode kennen

Meine Seminare beschäftigen sich auch mit der Sedona-Methode. Nehmen Sie eine festgefahrene Emotion oder einen inneren Zustand, den Sie verändern möchten, z.B. Groll oder Angst und beantworten Sie dann folgende Fragen:

  1. Könnte ich mir erlauben, dieses Gefühl voll und ganz zu fühlen? Was fühle ich jetzt, in diesem Moment?
  2. Könnte ich dieses Gefühl willkommen heißen?
  3. Könnte ich dieses Gefühl loslassen?
  4. Wäre ich bereit dazu?
  5. Wann wäre ich bereit dazu?
  6. Hat sich an meinem Gefühl etwas verändert?

Der geeignete Umgang mit Gefühlen

Speichern Sie bereits kleinste Wohlfühlerlebnisse/ Empfindungen täglich ab. Also nicht nur das Festessen, den Jahresurlaub, die Beförderung. Nehmen Sie stattdessen die ganzen vielen “Selbstverständlichkeiten” wahr, an die Sie im Alltag für gewöhnlich keine Gedanken verschwenden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • keine aktuellen Körperschmerzen
  • ein angenehmes Sättigungsgefühl
  • eine ruhige Umgebung
  • Sonnenschein
  • Ein friedliches Miteinander
  • Sowie Dankbarkeit für weitere 1000 kleine Dinge die unser Wohlstand mit sich bringt: Ein Dach über dem Kopf, eine Heizung, genügend Nahrung und sauberes Trinkwasser, eine gewaltfreie Umgebung…

Was das für Sie bedeutet? Sie haben mehr Kontrolle über die Angst- Gefahrenmeldestation im Gehirn!

Welche Gefühle gibt es? – Die fünf Hauptgruppen von Empfindungen im Überblick

  1. Körperliche Empfindungen
  2. Biologische Programmierungen
  3. Reine Gefühle
  4. Emotionen
  5. Fähigkeiten oder Zustände

1. Körperliche Empfindungen

Zu den körperlichen Empfindungen zählen alle fünf Sinne: Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten und Hören. Der Ausdruck Gefühl ist jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch dem Tastsinn vorbehalten. Körperlicher Schmerz darf in dieser Auflistung daher nicht fehlen.

2. Biologische Programmierungen

Als biologische Programmierungen bezeichne ich eine ganze Ansammlung von Gefühlen, die ihren Ursprung in unserer Tiernatur haben. Triebe wie Hunger, Durst, sexuelle Erregung, Eifersucht, Gier, Neid, Muttergefühle, Verliebtheit, biologische Angst und Aggression.

Biologische Programmierungen oder Instinkte können in unserem System die stärksten Empfindungen überhaupt auslösen. Nicht selten folgen sie unserer Triebnatur, deren Anliegen oft konträr zu dem ist, was wir gesellschaftlich, moralisch oder ethisch als schicklich betrachten. Die einzige Aufgabe der biologischen Programmierungen ist es, unser Überleben zu sichern. Sie sollen uns nicht glücklich, tolerant, mitfühlend oder beziehungsfähig machen. Sie sollen uns einfach nur am Leben erhalten und dafür sorgen, dass wir uns möglichst effizient fortpflanzen.

Die Unterscheidung von Gefühl und biologischer Programmierung ist außerordentlich wertvoll, da wir mit beiden unterschiedlich umgehen müssen. Denn beide erfüllen verschiedene Funktionen.

3. Reine Gefühle

Als reine Gefühle bezeichne ich fünf Urkräfte in unserem System: Wut, Angst, Trauer, Freude, SchamDiese Gefühle haben sich zu einem späteren Zeitpunkt als die biologischen Programmierungen entwickelt und sind in den Tieren nur ansatzweise zu finden. Die reinen Gefühle sind Kräfte, die wir brauchen, um als Individuen mit der Welt und unseren Mitmenschen in Beziehung zu treten. Reine Gefühle haben also eher eine soziale als eine Überlebensfunktion. Wir können lernen, diese Kräfte bewusst zu erzeugen und einzusetzen.

 4. Emotionen

Als Emotionen bezeichne ich akkumulierte, angestaute und unerlöste Gefühle. Diese können rein – also Wut, Angst, Trauer, Freude und Scham – oder auch vermischt auftreten. Sogenannter emotionaler Schmerz ist auf große Mengen angestauter Emotionen zurückzuführen. Emotionen sind Gefühle, die nicht gefühlt und daher auch nicht als Kräfte eingesetzt werden können.

5. Fähigkeiten oder Zustände

Zu den Fähigkeiten oder Zuständen zähle ich Liebe, Mitgefühl, Hingabe, Annahme und Vertrauen. Meiner Erfahrung nach handelt es sich bei diesen sogenannten Gefühlen eigentlich um die Fähigkeit, uns in bestimmte Zustände zu versetzen. Wir können diese Fähigkeiten entwickeln, wenn wir uns dazu entschließen.

Wie entstehen Gefühle?

Ein Gefühl entsteht aus der Interaktion von Gedanken und Umwelt. Ein Gefühl ist die Kraft, durch die das System mit seiner Umwelt in Austausch treten und aktiv werden kann. Je nachdem, mit welcher Situation ein System konfrontiert ist, gibt es mehr oder weniger nützliche Gefühle. Wer kennt das nicht, das falsche Gefühl zur falschen Zeit?

Gerade wenn wir es am wenigsten brauchen können, macht uns das Lampenfieber einen dicken Strich durch die Rechnung und droht, das Bewerbungsgespräch zu vermasseln. Und egal wie gut wir uns vorbereitet haben, Prüfungsangst hat schon die Besten durch das Examen fallen lassen. Wenn Haltung alles ist, schießt uns die Schamesröte ins Gesicht oder die Tränen ungebeten in die Augen.

Das falsche Gefühl am falschen Ort ist ein Phänomen, mit dem sich eigentlich jeder schon herumschlagen musste, weshalb nicht wenige zu dem offensichtlichen Schluss gekommen sind: Fühlen? Nein danke. Dann doch lieber ganz ohne. Außer vielleicht…ja, außer natürlich der Freude.

Um zu begreifen, warum wir nicht mehr Freude erzeugen, wenn wir uns doch alle so nach ihr sehnen, müssen wir erst einmal verstehen, wie Gefühle im Allgemeinen entstehen bzw. wie wir sie erzeugen. Erst wenn wir das verstanden haben, können wir auch die Funktion jedes einzelnen Gefühls, jeder Kraft wirklich erfassen. Und dann wird uns auch klar, warum es in unserem System nicht nur Freude gibt – und warum das genau richtig ist!

Wie werden Gefühle ausgelöst?

Die meisten Menschen sind sich der Tatsache, dass sie ihre Gefühle selbst erschaffen, nicht im Geringsten bewusst. Sie erleben sie als willkürliche, irrationale Empfindungswallungen, die irgendwo in den Tiefen des Unterbewusstseins ihren Ursprung haben. Von dort scheinen sie uns jederzeit und ohne Vorwarnung, auch gern in den ungünstigsten Momenten, zu überfallen.

Dieses Erleben ist gewiss einer der Hauptgründe, weshalb Gefühle häufig unterdrückt und nicht selten sogar als Hindernisse für Glück und Erfolg betrachtet werden. Angst könnte einem in die Quere kommen, wenn man die Schöne an der Bar ansprechen möchte. Wut überkommt einen ganz ungebeten, wenn die Ampel just vor einem auf Rot schaltet. Trauer steckt uns wie ein Kloß im Hals, gerade wenn wir feiern wollen. Und das eine Gefühl, die Freude, der wir eigentlich dauernd hinterherjagen, stellt sich nur allzu selten ein.

Die Behauptung, dass wir unsere Gefühle selbst erschaffen, erscheint vielen Menschen daher absurd: Wer würde denn schon Angst erschaffen, wenn sie einen doch nur lähmt und die Stimme zittrig macht? Wer will denn schon auf eine Ampel wütend sein? Warum sollte ich diese Gefühle in diesen Situationen erschaffen, wenn ich doch genauso gut Freude erzeugen könnte? Und vor allem, wie erzeuge ich sie denn, wenn ich davon offenbar gar nichts mitbekomme?

Der Zusammenhang von Gedanken, Gefühlen und Verhalten

Wie bereits erwähnt, entsteht ein Gefühl aus der Interaktion von Gedanke und Umwelt. Gedanke und Gefühl sind also nicht gegensätzlich, sondern bedingen einander. Gefühle spiegeln Gedanken, da sie von ihnen und durch sie ausgelöst werden. Ein Gefühl basiert demnach auf der Interpretation, die mein Verstand von seiner Umgebung trifft.

Beispiel für unterschiedliche Interpretationen, Gefühle und (Handlungs-) Bedürfnisse

Ich möchte das an einem einfachen Beispiel erklären. Wenn ich ein Kind in einem Zimmer sitzen sehe, so kann dies in meinem System die unterschiedlichsten Gefühle auslösen, je nachdem, für welche Interpretation sich mein Verstand entscheidet. Nicht erläutert ist, in welcher Stimmung ich das Kind vorfinde. Diese Tatsache allein kann Ihre Interpretation sofort grundlegend verändern.

Ich könnte mich dazu entschließen, die Tatsache, dass dieses Kind allein in diesem Zimmer sitzt, als falsch zu betrachten. Durch diese Interpretation würde in meinem System Wut aktiviert. Sie würde mich darin unterstützen aktiv zu werden und etwas an der Situation zu verändern. Ich könnte hinausstürmen und die Mutter des Kindes suchen oder ich könnte in das Zimmer gehen und das Kind ansprechen. Wutkraft würde mich befähigen, Klarheit darüber zu haben, welche der vielen möglichen Handlungen ich, ohne zu zögern, in die Tat umsetze.

Ich könnte mich allerdings ebenso dazu entschließen, die Tatsache, dass dieses Kind allein in diesem Zimmer sitzt, als schade zu betrachten. Ich würde traurig werden. Trauer würde sich in meinem ganzen System ausbreiten und ich würde anerkennen, dass ich nichts tun kann, um die Situation dieses Kindes zu verändern. Ich könnte vielleicht etwas zögerlich auf das Kind zugehen und ihm mein Mitgefühl ausdrücken, jedoch wäre zu jedem Zeitpunkt klar, dass ich eigentlich nichts tun kann und dass ohnehin alles vergebens ist.

Ich könnte es auch als furchtbar ansehen, dass dieses Kind allein in diesem Zimmer ist. Ich würde Angst erzeugen, wodurch ich anerkennen würde, dass etwas grundsätzlich falsch ist und dass ich keine Macht habe, es zu ändern. Ich würde mein System in einen Zustand versetzen, der es auf den Umgang mit dem Ungewissen und Unbekannten vorbereitet: Muss ich fliehen? Bin ich bedroht? Ist das Kind bedroht? Warum ist es allein?

Eine weitere mögliche Interpretation der Situation des Kindes wäre: Es ist richtig, dass dieses Kind da in diesem Zimmer sitzt. Ich würde Freude erzeugen. Schön, dass da ein Kind sitzt. Freude würde es mir ermöglichen, dem Kind zu zeigen, dass es richtig ist, wo es ist und was es ist und wie es ist. Und Freude würde mir auch die Kraft geben, zu spüren, dass ich richtig bin, hier bei diesem Kind in diesem Zimmer. Ich würde mich an der natürlichen Ordnung der Dinge erfreuen, ohne einzugreifen. Oder ich würde mich freuen, weil ich die feste Meinung habe, dass es richtig ist, wenn Kinder alleine in Zimmern sitzen. Schließlich kann ihnen dort nichts passieren und sie können keinen großen Schaden anrichten.

Eine weitere Interpretation wäre, dass ich falsch bin, sonst würde dieses Kind nicht allein in diesem Zimmer sitzen. Ich würde Scham erzeugen. Vielleicht bin ich zu spät gekommen, um das Kind abzuholen. Scham würde mir meinen Fehler schmerzlich bewusst machen und mich dadurch drängen, mich in Zukunft anders zu verhalten.

Gefühle entstehen durch die Interpretation, die wir über unsere Umgebung treffen. Die gewählte Interpretation definiert, wie wir uns zu einer gegebenen Situation positionieren, welche Stellung wir beziehen. Das erzeugte Gefühl hat die natürliche Funktion, der gewählten Position gerecht zu werden und uns darin zu unterstützen, diese Position zu vertreten.

Negative Gefühle zulassen – Der emotionale Getränkeautomat

Um die Verknüpfung von Gedanke und Gefühl näher zu veranschaulichen, möchte ich gern das Bild eines Getränkeautomaten heranziehen, wie er oft in Selbstbedienungsrestaurants verwendet wird. Bei diesem Modell befindet sich oben eine Leiste mit beschrifteten Knöpfen, unten befinden sich die Düsen, aus denen dann das entsprechende Getränk ausgeschenkt wird. Die obere Knopfleiste steht in diesem Fall für unsere mentale Ebene, die verschiedenen Knöpfe für die Interpretationen: falsch, schade, furchtbar, richtig und schuldig.

Treffe ich in irgendeiner Situation die Interpretation, dass etwas falsch ist, so kommt im Idealfall unten das entsprechende Getränk bzw. die entsprechende Kraft heraus – z.B. die Wut.

Solange ich mir dessen bewusst bin, dass ich diesen Knopf drücke, die Knöpfe richtig beschriftet und mit den entsprechenden Getränkekanistern verkabelt sind, funktioniert dieser Automat einwandfrei. Leider sind sich viele von uns der Verbindung zwischen den Interpretationen der mentalen Ebene und den dadurch ausgelösten Reaktionen auf der emotionalen Ebene nicht bewusst.

Daher verhalten wir uns nicht selten wie Menschen, die unermüdlich auf den Limonade-Knopf eines Getränkespenders drücken und verzweifelt zusehen, wie das Glas überläuft. Wir merken gar nicht, dass es unsere Hand ist, die den Automaten bedient. So sehen wir auch nicht, dass unser Finger auf den Knopf drückt, der Wut erzeugt, weil wir nicht sehen, dass es diese Knöpfe überhaupt gibt! Wir bemerken nicht, dass dem Auftreten von Wutkraft in unserem System eine ganz bestimmte Interpretation vorangeht -nämlich “Das ist falsch”. In dem Moment, in dem wir uns dieser Interpretation bewusst werden, ist es, als würden wir plötzlich unseren eigenen Daumen sehen, der immerzu auf den Limonade-Knopf drückt, obwohl unser Glas längst voll ist oder wir vielleicht Saft oder Wasser haben möchten!

Um jedoch zu wissen, welche Kraft wann nützlich ist und daher zu entscheiden, welcher Knopf denn nun gedrückt werden soll, muss ich genauer wissen, wozu die einzelnen Kräfte dienlich sind – und wozu nicht.

Wir brauchen Wutkraft, um…

  • klar “Nein” zu sagen.
  • klar “ja” zu sagen.
  • Entscheidungen zu treffen.
  • Klarheit zu haben.
  • für andere greifbar zu sein.
  • eine klare Position zu beziehen.
  • ernst genommen zu werden.
  • Dinge ins Leben zu rufen / klares Ende zu setzen.
  • vital und aktiv zu sein.
  • klare Ziele zu haben.
  • zu wissen, was wir wollen.
  • zu entscheiden, wer wir sind.

Zu viel Wut:

  • agressiv
  • cholerisch
  • kritisch
  • frustriert

Zu wenig Wut:

  • unklar
  • zweifelnd
  • grenzenlos
  • entscheidungsunfähig

Die Kraft der Trauer brauchen wir, um…

  • unser Herz, der Liebe zu öffnen.
  • anzunehmen.
  • loszulassen.
  • wertzuschätzen.
  • eine Position aufzugeben.
  • unsere Hilflosigkeit anzuerkennen und anzunehmen.
  • sowohl mit unseren Wünschen als auch mit den Tatsachen Frieden zu schließen.
  • uns zu kümmern.
  • in die Tiefe zu gehen.
  • Weisheit zu entwickeln

Zu viel Trauer:

  • passiv
  • depressiv
  • wehleidig
  • handlungsunfähig

Zu wenig Trauer:

  • oberflächlich
  • gleichgültig
  • verdrängend
  • mangelnde Sensibilität

Wir brauchen Angstkraft, um…

  •  kreativ zu sein
  • Auswege und Lösungen zu finden, wenn uns keine bekannt sind.
  • unsere Lebensaufgabe zu finden.
  • wirklich leben zu können.
  • bedingungslos lieben zu können.
  • Abenteuer zu erleben.
  • uns auf das Ungewisse einzulassen und dem Mysteriösen zu öffnen.
  • Grenzen zu überschreiten und über uns selbst hinauszuwachsen.
  • uns zu entwickeln.

Zu viel Angst:

  • gefangen
  • nervös
  • gestresst
  • schreckhaft

Zu wenig Angst:

  • unverwundbar
  • unauthentisch
  • immer gut drauf
  • unberührbar

  Wir brauchen Freude, um…

  • das Leben zu genießen.
  • zu lieben.
  • die Dinge mit Humor zu nehmen.
  • zu wissen, wer wir sind und was uns ausmacht.
  • unsere Lebensaufgabe zu finden und ihr nachzukommen.
  • Führungspositionen einzunehmen.
  • gesunde Beziehungen zu führen.
  • inneren Frieden zu haben.
  • Charisma zu entwickeln

Zu viel Freude:

  • naiv
  • unauthentisch
  • oberflächlich
  • verdrängend

Zu wenig Freude:

  • depressiv
  • unzufrieden
  • einsam
  • unattraktiv

Wir brauchen Scham, um…

  • unsere Grenzen, Fehler und Schwächen zu erkennen.
  • zu erkennen, dass wir keine Übermenschen sind.
  • Demut zu entwickeln.
  • uns selbst als unvollkommen anzunehmen.
  • Selbstliebe zu entwickeln
  • auf authentische Art um Verzeihung zu bitten.
  • unsere Stärken in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.

Zu viel Scham:

  • perfektionistisch
  • selbstzerfleischend
  • unsicher
  • zweifelnd

Zu wenig Scham:

  • egozentrisch
  • selbstherrlich
  • unfähig sich zu entschuldigen

Wenn Gefühle Schmerz auslösen

Keine Angst vor Angst, Ärger, Schuld, Peinlichkeit, Schmerz, Scham, Enttäuschung, Traurigkeit, Frustration. Diese Gefühle werden erst einmal bewusst wahrgenommen. Sie können „erlöst“, und innerlich in Fluss gebracht werden. Sie sind auch große Kraftspender. Es sind oft jahrelang eingefrorene Empfindungen. Wir trauen uns nicht mehr an diese Gefühle, weil sie mit viel Schmerz verbunden sind.

Der Schmerz ist es, der uns wachsen lässt. Schmerz hat mit Trennung zu tun – ich fühle mich getrennt von mir selber, von meiner Umgebung. Der Schmerz erzeugt eine tiefe Sehnsucht, diese Trennung zu aufzulösen. In jedem Menschen sind diese Schmerzen, tiefste Gefühle der Verlassenheit, Hoffnungslosigkeit, Ausweglosigkeit, des Ausgeliefertseins überdeckt von Angst, Wut, Scham und Trauer.

Scham ist die lähmendste aller Gefühle. Das am weitesten verdrängte Gefühl, vor dem wir uns am meisten fürchten. Wir empfinden Scham als den totalen Kontrollverlust, wir möchten am liebsten sofort tot sein.

Als kleines Mädchen, als kleiner Junge kamen wir zu der Überzeugung: “Ich werde nicht geliebt und muss alles tun, um geliebt zu werden”. Damals brauchten wir die Liebe von außen, um zu überleben. Und aus Angst, die Liebe zu verlieren, lernten wir, uns zu verraten, zu verleugnen, zu verkaufen. So laufen wir der Liebe nach und laufen ihr eigentlich davon. Mehr Machen, mehr Leistung, mehr Erfolg. Schneller, besser, schöner, größer, weiser, klüger – dann werde ich geliebt. Wir verstricken uns in diesem Kampf, in der Kontrolle, in äußeren und inneren Zwängen.

Sind “negative” Gefühle schädlich?

Unsere Stiefbeziehung zu negativen Gefühlen sitzt so tief, dass viele Menschen inzwischen der Meinung sind, diese negativen Gefühle seien nicht nur unangenehm, sondern sogar schädlich. Margareth E. Kemeny, Professorin für Psychiatrie an der Universität San Francisco, erforscht seit Jahrzehnten intensiv die Zusammenhänge zwischen unserem Emotionalleben und unserem Immunsystem. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen überraschten sie selbst.

Sie stellte fest, dass spontan zugelassene und ausgedrückte Gefühle, egal ob “positiv” oder “negativ”, das Immunsystem exakt gleich beeinflussen. Im Experiment ließ jedes spontan erzeugte und zugelassene Gefühl die Aktivität der Immunzellen im Allgemeinen und die Anzahl der Helferzellen im Besonderen ansteigen. Der Körper war für die Dauer des erfahrenen Gefühls widerstandsfähiger als ohne das Gefühl – und dies zeigte sich bei Freude, Angst, Wut und Trauer!

Die Idee, dass negative Gefühle schlecht für uns sind, ist also nicht haltbar. In Gegenteil! Das Immunsystem reagiert offenbar gleich auf spontan erzeugte und ausgedrückte Trauer wie auf Freude, wie auf Wut, wie auf Angst.

Die Angst vor den „negativen“ Gedanken, sie mit aller Macht unterdrücken zu wollen, ist nicht das Mittel der Wahl. Denn auch die heftigste innere Zerrissenheit ändert sich.

Nur wenn eines dieser Gefühle zu einer Emotion angestaut wurde und dadurch der Körper in einen quasi permanenten Erregungszustand versetzte, zeigten sich eindeutig negative Auswirkungen auf die Gesundheit.

Gefühle wahrnehmen und annehmen – eine Aufgabe fürs Leben

Unser Herz, da wo die Liebe wohnt, sagt: „Du bist ja schon da, lass Altes los. Hier und jetzt findet Dein Leben statt. Lerne Dich selbst anzunehmen, mit all Deinen Facetten. Lerne Dich selbst zu lieben.“

Diese gesunde Selbstliebe zu erlernen, ist die eigentliche Lebensaufgabe.

In meinen Seminaren zum Thema Stressmanagement und „Gefühle wahrnehmen und annehmen“, möchte ich Ihnen mit verschiedenen Strategien aufzeigen, wie Sie diese Selbstliebe jeden Tag praktizieren.

Ihr Lohn: Ein entspannteres, glücklicheres Leben, in dem Sie sich selbst und Ihre Umwelt so akzeptieren können wie es ist.

Mein Ziel für Sie ist es, dass Sie alle eigenen Gefühle…

  • wahrnehmen
  • annehmen und anerkennen
  • zulassen
  • loslassen
  • und dann erst handeln, wenn überhaupt notwendig.

Alle Gefühle, die wir erleben, sind immer ein Hinweis auf Bedürfnisse! Das bewusste Wahrnehmen aller Gefühle ist daher ein zentraler Schlüssel zur inneren Freiheit!

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